„Zug um Zug gegen Einsamkeit“ ist das Motto der Senior:innen-Schachkurse, die die Münchener Schachakademie an den Alten- und Servicezentren der Stadt München anbietet. Das kostenlose Angebot ist Anfang Oktober 2015 im ASZ Altstadt erfolgreich gestartet. Bis Ende 2016 hat Lichtblick Seniorenhilfe das Engagement der Münchener Schachstiftung finanziell unterstützt; seit April 2017 ist der Verein Münchener für Münchener e.V. einer der Projektpartner, dazu kommen seit 2018 die Beisheim Stiftung sowie die Stiftungsverwaltung München als Förderer.

Zug um Zug gegen Einsamkeit

Das Senior:innen-Schach wird von ausgebildeten und erfahrenen Schachtrainer:innen der Münchener Schachakademie durchgeführt. Es richtet sich an Schach-Einsteiger ebenso wie an Schachspieler mit Spielpraxis, die ihre Spielstärke gezielt verbessern möchten.

Was im Kurs gelernt wird, wie oft und wie lange gespielt wird, legen die Teilnehmer:innen gemeinsam mit dem Kursleiter fest.

Dabei stehen die Lust am Spiel, das Miteinander und die Geselligkeit im Vordergrund. Das Knobeln über den nächsten Zug beflügelt und bietet ein ausgezeichnetes Gehirntraining – die beste Voraussetzung für geistige Fitness im Alter.  Die Spielpraxis wird mit eingestreuten Geschichten und Anekdoten aus der Geschichte des Schachspiels aufgelockert.

Schachgroßmeister und Stiftungsrat Stefan Kindermann beim Schnupperschach mit Senioren im ASZ Altstadt
Schachgroßmeister und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Stefan Kindermann beim Schnupperschach mit Senioren im ASZ Altstadt

Die Resonanz auf das Schach-Angebot für Senior:innen ist äußerst positiv: Kaum wird ein neuer Senior:innen-Schachkurs in einem Alten- und Servicezentrum angekündigt, melden sich zahlreiche Interessenten. Im Schachkurs sind die Senioren-Schachspieler:innen mit viel Freude dabei, wie u.a. Birgit Katzenmeyer, Dipl.-Sozialarbeiterin (FH) vom Alten- und Service-Zentrum Isarvorstadt, betont: „Sowohl das Schachtraining für Anfänger:innen, als auch das Schachtraining für fortgeschrittene Spieler:innen kommt bei den Damen und Herren sehr gut an. Alle sind motiviert und konzentriert bei der Sache. Nicht zuletzt liegt das an Herrn Beckers, der mit Engagement und Eifer, aber auch mit Freundlichkeit und Gelassenheit den Leuten etwas beibringt.“

Bis auf den letzten Platz besetzt war das ASZ Obermenzing beim Schach-Vortrag von Schachgroßmeister Stefan Kindermann im Herbst 2016.
Bis auf den letzten Platz besetzt war das ASZ Obermenzing beim Schach-Vortrag von Schachgroßmeister Stefan Kindermann im Herbst 2016.

Nachhaltige Förderung für Senior:innen – geistige Fitness und Geselligkeit

Schon nach wenigen Schachkurs-Terminen entwickeln sich Kontakte zwischen den Senior:innen, die über das Kursangebot der Münchener Schachstiftung hinausgehen: Die Schach-Teilnehmer treffen sich bereits einige Zeit vor Kursbeginn und unterhalten sich; nach der Kursstunde sitzen die Senior:innen ebenfalls noch eine Weile zusammen. Darüber hinaus bilden die Schach-Senior:innen außerhalb des Kursangebotes kleine private Schachtreffs und sie schauen sich vereinzelt Schachvereine an, um ihr Hobby auszubauen.

Schachtrainer Klaus de Francesco betreut die SchachspielerInnen im ASZ Altstadt
Schachtrainer Klaus de Francesco betreut die Schachspieler:innen im ASZ Altstadt

Doch das ist nicht alles: Viele Senior:innen kommen in die Schachkurse, um geistig fit zu bleiben und mit den Enkelkindern Schach spielen zu können. Einige, so Senioren-Schachtrainer Thomas Beckers, nutzen das Angebot gezielt zur Demenzprävention bzw. zur Rehabilitation nach einem Schlaganfall.

Weitere Senior:innen-Schachkurse in Alten- und Servicezentren geplant

Das Kursangebot umfasst zehn Doppelstunden mit einer kurzen Pause; eine Teilnehmerzahl von etwa zehn Schachinteressierten ist ideal für den Kurs. Die Senior:innen bekommen auf Wunsch Schach-Unterlagen von den Schachtrainer:innen, die von den hilfsbereiten ASZ-Teams kopiert werden. Das Schachangebot wird – entsprechend der Nachfrage von Seiten der Alten- und Servicezentren – in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sukzessive ausgebaut.

(2te v.li.) Natalie Schmid, Gründerin und Vorsitzende des Vereins Münchner für Münchner e.V.  neben Stefan Kindermann und Schachtrainer Klaus de Francesco im Kreis der Schach-Fans