Schach macht schlau

Einen ganzen Tag schulfrei und in dieser Zeit nur Schach spielen – diesen Wunsch erfüllte die Müncher Schachstiftung den Kindern und Jugendlichen an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte mit einem großen Schachturnier, das dieses Jahr Anfang Juni ausgetragen wurde, und zwar bereits zum dritten Mal in Folge!

Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Landesschule nahmen am Turnier teil. Der größere Teil, 14 Schülerinnen und Schüler, kamen von der Klasse 8/9, wo die Schach-Förderung in den Stundenplan integriert ist. Die übrigen Turnierteilnehmer waren Mitglieder der Schach AG, die jeden Mittwochnachmittag mit Schachlehrer Felix Brychcy ihr Schach-Wissen vertieft.

Mit voller Konzentration bei der Sache - Schachspieler beim Turnier an der Landesschule

Mit voller Konzentration bei der Sache – Schachspieler beim Turnier an der Landesschule

Los ging es pünktlich mit dem Gong für die erste Schulstunde: Bis zur Mittagspause wurden mehrere Runden gespielt; nach der Mittagspause folgten drei weitere spannende Runden.

Klassenleiter Andreas Töpfer der Klasse 8/9, wo die Schach-Förderung in den Stundenplan integriert ist, war als Schachspieler ebenfalls mit von der Partie. Hier zahlte es sich für ihn aus, dass er jedes Mal bei der Schach-Förderung dabei ist – in der Gesamtwertung des Turniers kam er auf einen guten Platz im oberen Mittelfeld!

Wer wird die Partie gewinnen? Schüler der Klasse 8/9 verfolgen die Partie zwischen Klassenleiter Andreas Töpfer und einem Klassenkameraden

Wer wird die Partie gewinnen? Schüler der Klasse 8/9 verfolgen die Partie zwischen Klassenleiter Andreas Töpfer (re.) und einem Klassenkameraden.

Begeisterte Schachspieler, große Fortschritte

Beim Turnier unterstützte die Stiftungsvorsitzende Dijana Dengler einen schwerstbehinderten Jugendlichen und führte die Züge nach seinen Ansagen aus. Zwischen den Partien sprach sie mit den Teilnehmern über ihre Partien, gab ihnen Tipps und lobte ihre Fortschritte beim Schach.

Stiftungsvorsitzende Dijana Dengler assistiert einem jungen Schachspieler mit Behinderungen.

Stiftungsvorsitzende Dijana Dengler assistiert einem jungen Schachspieler mit Behinderungen.

Ihr Zuspruch motivierte die Jugendlichen mindestens eben so sehr wie die Preise: Bei der Siegerehrung erhielt jeder Mitspieler bzw. jede Mitspielerin eine Urkunde und eine Plakette; dazu durfte sich jeder einen Preis aussuchen – hochwertiges Schachmaterial wie Schach-Fachbücher und –Übungshefte, Reise-Schachsets, Schach-DVSs. Die drei Bestplatzierten wurden zusätzlich mit einem Pokal ausgezeichnet; für die Mädchen, die im Schach traditionell nur wenig vertreten sind, gab es als Motivation und Anerkennung spezielle Plaketten.

Die Schachspieler der Landesschule freuen sich über ihre Auszeichnung beim Schachturnier.

Die Schachspieler der Landesschule freuen sich über ihre Auszeichnung beim Schachturnier.

Über Schach an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte

Seit dem Schuljahr 2013/14 ist Schach nach Königsplan ein fester Bestandteil des Förderangebotes an der Landesschule: Schulleiter Johannes Nauerz ist selbst Schachspieler, er kennt und schätzt das Förderpotenzial von Schach und hat beim ersten Turnier an der Landesschule sogar selbst als Schachspieler teilgenommen. Im Schuljahr 2015/16 wurde das Förderangebot an einer 8./9. Klasse, integriert in den Stundenplan, und im Rahmen einer Schach-AG durchgeführt. Ziel des Förderangebotes ist es, den Kindern und Jugendlichen auf der Grundlage des Schachspiels Schlüsselqualifikationen wie Zielstrebigkeit zu vermitteln und ihre Fähigkeiten beim vorausschauenden Denken und Planen zu fördern. Doch nicht zuletzt geht es auch um Spaß und Lebensfreude: Beim Schach sind alle gleich, egal, ob behindert oder nicht behindert – Schach kennt keine Grenzen und bringt die Menschen zusammen!

Das Engagement der Münchener Schachstiftung an der Bayerischen Landesschule für Körperbehinderte wird unterstützt von Children for a better World e.V. und mehreren Privatspendern. Vielen Dank!