Zug um Zug gegen Einsamkeit

Geistig fit bleiben und lebenswichtige soziale Kontakte pflegen – das sind die Kernpunkte der kostenlosen Schachkurse, die die Münchener Schachstiftung an zahlreichen Münchener ASZs für bedürftige Münchener Seniorinnen und Senioren veranstaltet. Die Rückmeldungen zeigen, dass das wöchentliche Schachtraining für viele TeilnehmerInnen ein bedeutsamer Fixpunkt im Alltag geworden ist und ihre Lebensqualität nachhaltig verbessert: Langfristig dient das Schachtraining als Schutz vor Demenz und Vereinsamung. Vor einigen Tagen besuchte Natalie Schmid, die Vorsitzende des Vereins Münchner für Münchner e.V., die das Senioren-Engagement der Münchener Schachstiftung ideell und finanziell unterstützt, mit Stiftungsrat Stefan Kindermann eine Schachstunde am ASZ Maxvorstadt.

Die Schachbretter und Figuren liegen bereit, auch für Erfrischung ist gesorgt, als nach und nach die Schach-TeilnehmerInnen im Schach-Zimmer des ASZ Maxvorstadt eintreffen. Man merkt sofort: Die Senioren-SchachspielerInnen sollen sich hier wohl fühlen.
„Unser ASZ ist ein Ort der Begegnung für BesucherInnen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Beim Schachkurs kommen sie zusammen – für viele ist es die Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und im fortgeschrittenen Alter etwas Neues zu lernen oder Ihre in der Jugend erworbenen Kenntnisse  und schönen Erinnerungen wieder aufzufrischen,“ betont Dipl.-Soz.päd. Birgit Schmidt-Deckert, die Leiterin des ASZ Maxvorstadt, und ergänzt: „Egal, ob Schach-Neuling oder erfahrener Schachspieler – unsere Senioren profitieren in vielerlei Hinsicht vom Schach: Sie trainieren das vorausschauende Denken und das Denken in Varianten. Gerade im Alter ist es wichtig, geistig fit und flexibel zu bleiben; so kann man sich leichter auf neue Situationen einstellen. Ganz nebenbei lernen die Gäste die vielfältigen Angebote des ASZ kennen und erfahren, dass es lohnt sich mit Fragen des Älterwerdens auseinanderzusetzen.“

Die Didaktik der Münchener Schachakademie sei für Senioren ideal, hebt Stefan Kindermann, Stiftungsrat bei der Münchener Schachstiftung und Geschäftsführer der Münchener Schachakademie, hervor: „König, Bauer, Läufer… alle Figuren werden Schritt für Schritt nacheinander eingeführt und erklärt. So erhalten Schach-Anfänger solide Grundlagen; Fortgeschrittene knobeln über Schachaufgaben, mit denen sie ihr Schach-Wissen auffrischen und vertiefen.“

Birgit Schmidt-Deckert (re.), die Leiterin des ASZ Maxvorstadt, freut sich über das Interesse der Seniorinnen und Senioren am Schachkurs

Dipl.-Soz.päd. Birgit Schmidt-Deckert (re.), die Leiterin des ASZ Maxvorstadt, freut sich über das Interesse der Seniorinnen und Senioren am Schachkurs

Münchner für Münchner e.V. engagiert sich für das Senioren-Schachangebot

Dass Schach für viele, gerade alleinstehende Senioren von großer Bedeutung ist, davon war Natalie Schmid, die Gründerin und Vorsitzende des Vereins Münchner für Münchner e.V., von Anfang an überzeugt. So ergab es sich, dass der Verein das Seniorenschachprojekt finanziell unterstützt. Bei ihrem Besuch einer Schachstunde im ASZ Maxvorstadt war sie von der Schach-Begeisterung der SeniorInnen begeistert: „Unser Verein unterstützt die Schachkurse der Münchener Schachstiftung finanziell, um Senioren eine anspruchsvolle geistige Herausforderung zu bieten, die ihnen noch dazu sehr viel Spaß macht. Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, regelmäßige  Termine und Strukturen zu haben, um gesellschaftlichen und sozialen Halt zu finden – der Schachtreff ist ein Termin, auf den sie sich jede Woche freuen können!“

Schach macht Spaß: Natalie Schmid (Mitte) nutzte die Gelegenheit für eine Partie mit Schachgroßmeister Stefan Kindermann, Stiftungsrat bei der Münchener Schachstiftung

Geistig fit bleiben und Kontakte knüpfen

Rund sechzehn Teilnehmer, darunter viele Damen, haben sich in der offenen Schachgruppe zusammengefunden. Geleitet wird der Schachunterricht von Klaus de Francesco, einem erfahrenen Schachtrainer der Münchener Schachakademie, der als FIDE-Meister über ein umfassendes Schach-Wissen verfügt.

Schach und Schachtraining als wichtige Bereicherung des täglichen Lebens für SeniorInnen

Seit Herbst 2015 hat die Münchener Schachstiftung Münchener Senioren an insgesamt 14 Alten- und Servicezentren (ASZs) mit kostenlosen Schachkursen gefördert. Bis Ende 2016 hat Lichtblick Seniorenhilfe die Finanzierung unterstützt, seit April 2017 ist der Verein Münchner für Münchner e.V. Projektpartner.
Die Seniorinnen und Senioren berichten den Schachtrainern begeistert über die neuen sozialen Kontakte, Aufgaben und bereichernden Erfahrungen, die sie durch das Schachtraining erhalten – einige spielen regelmäßig mit ihren Enkeln, andere treffen sich in ihrer Freizeit zum Schachspiel oder nehmen sogar an Schachturnieren teil! Für viele von ihnen ist das Schachspiel schon ein bedeutsamer Teil ihres Lebens geworden.

Schach kommt sehr gut an im ASZ Maxvorstadt, davon überzeugten sich (v.li.n.re.) Natalie Schmid (im grünen Kleid), Stefan Kindermann zusammen mit Schachtrainer Klaus de Francesco im Kreis von Schach-Teilnehmern

Über den Verein Münchner für Münchner e.V.

Der Verein Münchner für Münchner e.V. wurde im Jahr 2015 von Natalie Schmid, der Frau des Zweiten Bürgermeisters Josef Schmid, gegründet. Der Verein unterstützt Münchnerinnen und Münchner, die unverschuldet in soziale oder wirtschaftliche Not geraten sind und schnelle, unbürokratische Hilfe benötigen.